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- Welche Funktion haben eigentlich die Vier Bodhisattva-Gelübde ?
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Welche Funktion haben eigentlich die Vier Bodhisattva-Gelübde ?
Die Vier Grossen Gelübde lauten je nach Übersetzung etwa so:
- Zahllos sind die Lebewesen, ich gelobe, sie alle zu retten.
- Unerschöpflich sind eitle Verhaftungen, ich gelobe, sie alle zu überwinden.
- Unzählig sind die Tore der Wahrheit, ich gelobe, sie alle zu durchschreiten.
- Unübertroffen ist der Weg des Erwachens, ich gelobe, ihn zu gehen.
Ihre gemeinsame psychologische Funktion ist es, dem Sucher Erleuchtung zu erleichtern:
Das erste Gelübde besänftigt das Ego des Suchenden mit dem guten Gefühl, alle Anstrengungen nicht für sich sondern für Andere auf sich zu nehmen. So muss er nicht zu glauben, dass er es ist, der Erlösung dringend braucht. Das tut eine Weile gut.
Außerdem sind sie eine Art Lebensversicherung: Wie wir bei Franklin Merrell-Wolff gesehen haben, erreicht man einen Punkt, an dem man das Leben aufgeben kann. Davor hat das Ego im Vorfeld eine beträchtliche Angst (vgl. auch Spruch der Woche (03/2001), die dadurch beruhigt wird, dass man sich selbst das Versprechen gibt, dieser Versuchung nicht nachzugeben und auch dieses Tor der Wahrheit zu durchschreiten und weiterzugehen und nicht voreilig bei vorläufigen Erkenntnissen stehenzubleiben.
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